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15 Std. #rufdennotarzt im Gymclub
Kurier
Vom Tanzclub in den Fitnessclub: Manches ändert sich nie. Vor wenigen Jahren habe ich noch am besten Kalorien verbrannt, wenn ich in den legendären Wiener Club U4 gegangen bin und bis in die frühen Morgenstunden durchgetanzt habe. Diese Woche bin ich zum Schwitzen am U4 vorbeigegangen, um schräg gegenüber im Gymclub zu trainieren (
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16 Std. Wasserschaden
Kurier
Die wöchentliche Kolumne von Ulla Grünbacher. Wohnungseigentümer schlossen eine Eigenheimversicherung ab, die auch eine Leitungsschäden abdeckte. Beim Betrieb der Wärmepumpe  bildeten sich im Zuge der notwendigen Abtauvorgände mehrere Liter Kondenswasser pro Tag. Diese verursachten einen Wasserschaden im Keller des Hauses, weil der Abfluss der Kondensatwanne der Wärmepunpe verstopft war. Doch die Versicherung weigerte sich, den Schaden zu begleichen, die Wohnungseigentümer gingen vor Gericht. Vorinstanzen wiesen die Klage auf Ersatz der aufgewendeten Behebungskosten ab. Sie argumentierten, die Deckungspflicht der Versicherung umfasse nur ausgetretenes Leitungswasser, aber nicht Kondenswasser. Doch der Oberste Gerichtshof (OGH) war anderer Meinung. Seiner Meinung nach biete die Versicherung Schutz gegen Schäden, die durch Wasseraustritt an Zu- oder Ableitungensrohren entstehen oder an angeschlossenen Wasserleitungs-, Warmwasserversorgungs- oder Zentralheizungsanlagen sowie aus Etagenheizungen. Wärmepumpenanlagen gehören zu den angeführten  Einrichtungen von Warmwasserversorgungs- und Heizungsanlagen. Das sich in einer Wärmepumpenanlage konstruktionsbedingt bildende Kondensat, das über eine Kondensatwanne und ein Abflussrohr in den Kanal abgeleitet werden soll, ist als Wasser aus einer angeschlossenen Einrichtung und damit als Leitungswasser im Sinn der Bedingungen angesehen. Die Versicherung hat den Schaden zu übernehmen.      ulla.gruenbacher@kurier.at  
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16 Std. Wird Kurz Blau auf Dauer Herr werden?
Kurier
Türkis hat den Vormarsch von Blau gebremst, aber nicht gestoppt. Ein Nachwahl-Szenario in vier Bildern. Der langjährige Korrespondent der renommierten "Neuen Zürcher Zeitung", Charles Ritterband, sprach vor der Wahl im KURIER einen Satz gelassen aus: "Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben." Am Ende einer turbulenten Nachwahl-Woche ergeben die vielen Trümmer noch kein Gesamtbild, aber die ersten Konturen einer neuen Ära zeichnen sich ab. Die SPÖ wusste auch nach der Wahl nicht, wohin sie willRot-Blau? Schwarz-Rot? Oder doch Opposition? Selbst im letzten ehernen Block der SPÖ, der Gewerkschaft, ziehen zwei Fraktionen in gegensätzliche Richtungen: Die einen haben kein Problem nach dem Blau-Nein-Danke-Schlachtruf über Nacht wieder auf Besser-mit-Blau-als machtlos umzusatteln. Die anderen wollen noch einmal mit Schwarz-Türkis ins Geschäft zu kommen. Wissend, dass das mit Kurz & Kern nicht gehen kann, wälzen sie Pläne für einen Wechsel an der Parteispitze. Kern zieht einmal mehr die Notbremse: Die Wahrscheinlichkeit für Rot-Blau liege "im Tausendstel-Promille-Bereich". In der ÖVP heißt Wunschregierung Schwarz-Blau Die große Mehrheit drängt darauf. Scheitern könnte das nur noch an Provokateuren in den eigenen Reihen, die eine "hidden agenda" Richtung Rot-Blau oder Schwarz-Ro t haben. Das ist in der aktuellen inneren Verfassung der ÖVP praktisch auszuschließen. Bei den Schwarzen, bei denen es bislang mehr Meinungen als Mandate gab, hören sich selbst Spitzenleute wie Sektenanhänger an: "Wir vertrauen darauf, was Sebastian hier vorschlagen wird ..." Bei den Blauen gibt es nach wie vor große Skepsis, von der ÖVP wie unter Schüssel über den Tisch gezogen zu werden – um als Tiger bei einer Wahl zu starten und als Bettvorleger in einer Regierung zu landen. Der Druck aus der Wirtschaft, die auf ihre gute Erfahrungen mit Schwarz-Blau in Oberösterreich verweist, zeigt aber auch in der FPÖ Wirkung. Kurz hat den FPÖ-Vormarsch nicht gestoppt, aber gebremst Im Vergleich zu den Umfragen noch vor einem Jahr (die FPÖ war damals haushoch und klar Nummer 1 vor SPÖ und ÖVP) hat Kurz es geschafft, die Machtverhältnisse eindeutig umzudrehen. Noch vor einem Jahr wäre die FPÖ am Wahlsiegerpodest gestanden. In der Hofburg und in Brüssel müsste man sich mit einem möglichen Kanzler Heinz Christian Strache auseinandersetzen – mit allen Folgen für das Image und internationale Standing Österreichs. Ob Kurz der FPÖ auf Dauer "Herr" wird, bleibt noch offen. Das wird die Schlüsselfrage bei der derzeit am wahrscheinlichsten Neuauflage von Schwarz/Türkis-Blau. Schwarzmaler fürchten bereits, die ÖVP könnte von der FPÖ noch weiter nach rechts getrieben werden. Im Wahlkampf hat Strache aber erst gar nicht versucht, Kurz rechts zu überholen. Auch weil er weiß, dass Wahlen am Ende nicht an den Rändern, sondern nur in der Mitte zu gewinnen sind. Spannend und für die Koalition brenzlig könnte es spätestens dann werden, sobald die FPÖ realisieren muss, dass sie als Juniorpartner in der Regierung auch beim Wähler immer mehr Zweiter zu bleiben droht. Dann könnte einmal mehr gelten: Nach der Wahl wird kein Stein auf dem anderen bleiben.
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16 Std. Ende mit Ablaufdaum
Kurier
Es scheint, als befinde sich Österreich derzeit in einer groß angelegten Wortfeldübung: Grüne und Gar-Nicht-Grüne – alle ringen um die treffendste Beschreibung für das Unbeschreibliche, das grüne Wahlergebnis. Und man staunt, welchen Variantenreichtum die deutsche Sprache für solche Fälle bereithält. Hier ein kleiner Auszug: Abstieg, Absturz, Bankrott, Crash, Debakel, Desaster, Enttäuschung, Fiasko, Katastrophe, Krise, Misserfolg, Niedergang, Niederlage, Nichteinzug, Notlage, Pleite, Rückschlag, Schlamassel, Schlappe, Unglück, Untergang, Verhängnis, Verlust, Versagen, Wählerabfuhr, Zusammenbruch, Ende (und damit ist  noch lange nicht das Ende dieser Liste gemeint, lediglich das der Liste Grün im Parlament). Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass dieses Ende ein Ende haben wird, dass es sich um ein vorläufiges Ende handelt, ein Ende mit Ablaufdatum. Höchste Zeit also, sich an die Erneuerung, Instandsetzung, Kurskorrektur,  Neuordnung, Reform, Umbildung, Umgestaltung, Veränderung, Wiederbelebung; den Aufschwung, Neubeginn, Neustart ... zu machen.
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16 Std. Die Betriebsanleitung
Kurier
Liebe, made by Struktur-Junkies. Auf ihrem Tisch lagen A4-Seiten, die wie die Listen eines Struktur-Junkies aussahen. Ich war eigentlich gekommen, um mich von L zu verabschieden. Sie wollte nach Salzburg ziehen. Der Umzug fand, wie sie häufig betonte, „der Liebe wegen statt“. Ich habe den Herren nicht kennengelernt, sie waren sich vor einem Theaterbuffet bei einem Feydeau in die Arme gestolpert. Sie sagte: „Das ist eine Betriebsanleitung, die ich über mich verfasst habe.  Eine Art Abkürzung, die ihm und mir möglicherweise viel Schweiß und Ärger ersparen wird.  Schließlich sind wir alle in einem Alter, in dem sich schon einige Schrullen angesammelt haben ...“  Auf der ersten Seite stand zu lesen:
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16 Std. Wenn sich die Totengräber ums Weiterleben sorgen
Kurier
Exakt drei Tage nach der Wahl meldete sich der ÖGB-Bundesvorstand mit einer Resolution zu Wort: ein Mahnruf, damit die künftige Regierung nicht die Sozialpartnerschaft untergräbt. Das wäre logisch, hätten dieselben Gewerkschafter nicht vor der Wahl selbst die Institution ramponiert. Im Juni versemmelte man einen Auftrag der Regierung Kern. Die Arbeitnehmervertretung kehrte zwar mit der Trophäe eines 1500-Euro-Mindestlohns vom Verhandlungstisch zurück, sprengte aber in letzter Sekunde das Abtauschgeschäft – die flexiblere Arbeitszeit. Durchsichtige, aber eher kurzsichtige Strategie des ÖGB: ein Wahlkampfschlager für die SPÖ. Nur vier Tage vor der Wahl dann der nächste Tiefschlag: Rot, Blau & Grün beschlossen im Parlament die Angleichung von Arbeitern und Angestellten: Applaus des ÖGB, Protest der Wirtschaft. Kurzfristig bringt das eine Mehrbelastung für tausende Firmen. Genau deshalb ist es ein Fall für die Sozialpartnerschaft, die früher einmal um Ausgleich bemüht war. Wahrscheinlich passt die neue Erwerbsgesellschaft ja tatsächlich nur noch bedingt auf die alte Struktur: hie Arbeitnehmer, dort Arbeitgeber. Immer häufiger sind die neuen Selbstständigen Ein-Personen-Unternehmen und oft genug Pendler zwischen beiden Welten. Die Zwangsmitglieder der Arbeiterkammer wiederum sind auch leitende Angestellte, die mit der AK nichts am Hut haben. Oder Mitarbeiter, die flexibler arbeiten würden, wenn das ihre restriktive Vertretung nicht verhindern würde.
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16 Std. Punk is dead
Kurier
Eine überraschende Begegnung, die mich schockiert hat. Auf dem Flug von Panama nach México City lernte ich neulich einen echten Punk-Musiker kennen. Man stelle sich vor: Dieser junge Mann lebt davon, in verschiedenen Städten rund um den Erdball grobe, unflätige Botschaften in Mikrofone zu grölen, während seine Freunde ihre Instrumente wie gequälte Tiere klingen lassen, ehe sie alle zusammen als krönendes Finale irgendetwas kaputt machen. Ich muss gestehen: Ich hege große Sympathien für Punk. Leider bin ich zu sehr Beamtentochter, um jemals selbst Punk zu sein, doch seit Jahren spendiere ich allen Punks, die mich auf der Straße als blöde Establishment-Kuh beschimpfen, von Herzen gern ein Dosenbier. Irgendjemand muss die Anarchie hochhalten! Punks trauen sich all die Dinge, die ich mich gerne trauen würde, aber dann doch zu brav bin, um mich tatsächlich zu trauen. Punks widersetzen sich allen Regeln, mit denen uns die Gesellschaft zu knechten versucht. Punks verweigern sich dem System. Punks streben nach der ultimativen Freiheit. Zumindest tun sie das in meiner Fantasie. Die Realität, so erzählte mir zumindest der Punk-Rocker im Flugzeug nach Mexiko, sieht anders aus. Vor allem in Europa.
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29 Std. Vielleicht ist ein Weckruf nötig
Kurier
Dass Österreich heute als wohlhabende Volkswirtschaft dasteht, ist nicht zuletzt das Verdienst einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. In der Nachkriegszeit war es wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe miteinander reden und Lösungen finden konnten, die den sozialen Frieden sicherten und das Wohl des Wirtschaftsstandortes und der Menschen im Auge hatten. Genau dieser Fokus ist den Sozialpartnern in den letzten Jahren verloren gegangen. Sie haben keine Ergebnisse geliefert, sondern mit Wadelbeißerei geglänzt. Und sich so angreifbar gemacht. Allerdings wäre es kurzsichtig, jetzt die tagespolitische Wetterlage zu nützen, dieses Erfolgsmodell zu entsorgen. Mit der Digitalisierung kommen auf die Arbeitswelt Veränderungen zu, die nur mit- und nicht gegeneinander gelöst werden können. Der erste Reflex von Gewerkschaft und Wirtschaftskammer war freilich: Nichts darf sich ändern, alles muss bleiben, wie es ist. Das ist falsch. Die Kammern müssen sich rückbesinnen, was ihre Aufgabe ist. Womöglich ist dazu eine Volksbefragung als Weckruf nötig? Denn Österreich braucht funktionierende Sozialpartner. Hackel werfende Kammerfunktionäre braucht niemand.  
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30 Std. Dietmar Mühlböck - One-Hit-Wonder Pilz
Der Standard
Die Liste Pilz schlingert – auf Dauer kann eine politische Partei nur mit einer breitflächig verwurzelten Organisationsstruktur bestehen
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31 Std. Christoph Landerer - Grüne Wiederauferstehung hängt an Peter Pilz
Der Standard
Die Grünen müssen sich programmatisch neu aufstellen und stärker sachpolitisch orientieren, die Liste Pilz muss ihr Profil nachschärfen und sich in eine Partei umwandeln. Sollen die Grünen überleben, muss sich Pilz aus den Bundesländern fernhalten
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32 Std. Wolfgang Müller-Funk - Plädoyer für eine kooperative Minderheitsregierung
Der Standard
In einer Minderheitsregierung bliebe die SPÖ, die doch die FPÖ verhindern möchte, glaubwürdig, die Republik wäre nicht durch Blau erpressbar, und der Reputation des Landes im Ausland wäre gedient
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33 Std. Mit Mezcal schmusen
Kurier
„Willst du den Wurm kosten“, fragt mich der Typ hinter der Bar  und hält mir die Flasche Mezcal vor die Nase. Darin treiben zwei Würmer  leblos als Marketing-Gag am Boden herum. Ich verneine zwar den Wurm, aber trinken will ich. Denn speckig, rauchig und holzig soll laut Beschreibung die durchsichtige Flüssigkeit schmecken.
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34 Std. Sigrid Maurer - Grüne Wahlanalyse: Inhaltliche Aushöhlung, abgeschottete Führungsspitze
Der Standard
Das Wahlergebnis ist die Rechnung für die Fehler der Grünen in den vergangenen zehn Jahren. Nun braucht es eine radikale Neuaufstellung, inhaltlich wie personell
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40 Std. Prachtvoll!
Kurier
Haben Sie in letzter Zeit die Titelseiten diverser Gazetten gesehen? Es droht der kälteste Winter seit ewig oder doch zumindest seit ziemlich (von 100 Jahren war die Rede). Es rollt die grimmigste Grippewelle auf uns zu, die wir je durchschwitzt haben werden. Und glaubt man einem fiebrigen Alt-68er, dann kriegen wir einen rechten "Neofeschisten" als Kanzler (© Falter; fürs a fehlen dann doch noch ein paar wirre Grad Celsius). Mithin: Alles ganz furchterbar. Außer ... – Die späte Sonne draußen und der unverwechselbare Geruch aus dem bunten Laub; die Nebel, die in der Früh über den Boden ziehen, und das Leuchten in den Waldwipfeln; die frische Morgenfeuchte und die leicht modrige Abendluft; die gelesenen Weingärten, die in die Nase steigen, und der Sturm, der zu Maroni und Speck passt; die lachenden Kinder auf Schulausflug und die Äpfel und Blumen auf dem Markt: So wahrlich prachtvolle Herbsttage haben wir lange nicht mehr gehabt. Man kann das Leben auch genießen, statt sich dauernd am Fürchten zu laben.  
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40 Std. Karottenhose und Schamkapsel
Kurier
Solche Hosen sind kein Armutszeichen, sondern modern. Meine Cousine, über 40 und damit dem Taschengeldalter entrückt, lebt seit Kurzem in Deutschland. Die Oma macht sich große Sorgen um "das Kind". Beim letzten Besuch hat sie ihr 200 Euro zugesteckt. Für eine neue Hose. Schuld an Omas Sorgenfalten war Sabines sündteure Designerjeans, die über dem rechten Knie und am linken Oberschenkel nur von dünnen Fäden zusammengehalten wird und auch sonst ziemlich lädiert ausschaut. Was Oma nicht glauben kann: Solche Hosen sind kein Armutszeichen, sondern modern. Zerrissene Jeans kosten gern ein paar Hundert Euro. Klingt erklärungsbedürftig, ist es auch. Ein Experte erläutert daher, dass sich Modemacher mit dem Thema Vergänglichkeit auseinandersetzen und damit eben auch mit dem Zerfall von Jeans. Außerdem müssen Hosen, sind sie erstmal produziert, mühsam zerrissen und verwaschen werden, bevor sie auf den Markt kommen. Kostet alles Geld. Es gab schon Schlimmeres. Karottenhosen zum Beispiel. Oder die Schamkapsel. Mit selbiger haben Männer ihr Geschlechtsteil betont. Zugegeben, das war zu einer Zeit, als Ludwig der XIV. in Frankreich das Sagen hatte und Männer mit gepuderten Perücken und Federn am Hut durch die Gänge von Schloss Versailles stolzierten. Mode war damals noch männlich. Weiblich wurde sie erst nach der Französischen Revolution, als Männer mit Federschmuck plötzlich nicht mehr richtig ernst genommen wurden. Männer haben es heute einfach. Ob Geschäftsessen oder Abendempfang – ein schwarzer Anzug geht immer. Außer in der Start-up-Szene. Da wird man in so einem Aufzug eher für einen Chauffeur als für einen Entrepreneur gehalten. Die Uniform der Szene ist die zerrissene Jeans und der Kapuzenpulli. Wobei die Halbwertszeit der Jeans oft über jener des Start-ups liegt. Ich hab mir heuer ein T-Shirt mit kurzer Halbwertszeit gekauft. Laut dem Modehändler C&A verrottet es auf dem Komposthaufen binnen sechs Monaten. Jetzt muss ich nur noch meiner Mutter erklären, warum ein T-Shirt auf ihrem Komposthaufen liegt.  
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41 Std. Gewinner und Verlierer
Kurier
Über gute Verlierer und schlechte Gewinner. Als Kind war mir Gewinnen zuwider. Ich verlor lieber und ich verlor ständig, jedes Spiel, jeden Wettbewerb. Ich verlor gerne, weil mir die Verlierer immer so Leid taten, dass ich das Verlieren lieber auf mich nehmen wollte. Damit sie es nicht mussten. Wahrscheinlich war es eine Art frühkindliches Jesus-Syndrom, das der katholische Kindergarten zu verantworten hatte. Vielleicht auch ein frühes politisches Statement, wie es mein Vater vermutete, der mir immer wieder erklärte, dass jedes Spiel ein Wettbewerb war und Wettbewerbe davon leben würden, dass es am Ende Sieger und Verlierer gab. „Sonst könnten wir gleich im Kommunismus leben„, grummelte er mürrisch zu einer Zeit, als ich noch nicht wusste, was das war, der Kommunismus. Mein Vater war ein großer Anhänger von Wettbewerben, er war Turniertänzer, Tennisspieler, aber am liebsten spielte er Schach. Ein schönes, aber für mich bis heute zermürbendes Spiel. Die Entscheidung für den bestmöglichen Zug, das lange Warten auf den Zug des Gegners, das Starren auf das Spielbrett. Für Schach brauchte man Geduld und Geduld war nicht meine Stärke. Mein Vater konnte sehr ungeduldig sein. Mit mir und erst recht mit sich. Aber er liebte Schach. Manchmal saß er Stunden bei einer einzigen Partie. Einer seiner liebsten Gegner war ein Bürokollege, etwas älter als er, mit dem er sich über die Jahre beim Schachspiel eng befreundet hatte. Er war meinem Vater haushoch überlegen gewesen, war internationaler Meister und Großmeister und es gibt sogar eine Eröffnung, die bis heute nach ihm benannt ist.
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