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Ich halte den Lockdown nicht mehr aus59 Min. Ich halte den Lockdown nicht mehr aus
Kurier
Der Schutz sollte Pflicht werden – nicht der Verzicht. Junge Menschen treffen einander trotz aller Verordnungen Die Medien verwenden oft Phrasen wie: „Die Zustimmung der Bevölkerung gegenüber den Maßnahmen sinkt“. Ich bin 20 Jahre jung und mit einem großen Freundeskreis gesegnet. Ich kann nicht für die ganze Bevölkerung sprechen, aber ich kann Ihnen sagen, wie es bei der Wiener Jugend aussieht: Wir haben keine Lust mehr! Aber bevor sie hier vorschnell ein Urteil fällen, möchte ich Ihnen erklären, worauf wir keine Lust mehr haben: allein zu sein. Ich habe den großen Schritt gewagt, die Wohnung meiner Eltern zu verlassen. Und jetzt muss ich mir Folgendes von der Regierung vorschreiben lassen: Bleib zuhause. Die Uni bleibt geschlossen. Das gesamte Nachtleben ist gestrichen. Und eh klar: Triff deine Freunde nicht. Denn die sind gefährlich. Und neue Freunde kennenlernen, darfst du ja irgendwann einmal in der Zukunft. Dass ich ungeachtet des Lockdowns trotzdem meine Freunde treffe, hat mir bisher niemand aus meiner Familie zum Vorwurf gemacht. Und ich besuche trotzdem regelmäßig meine Großeltern (80+), mit denen ich erst seit Kurzem angefangen haben, wirklich intensive und interessante Gespräche zu führen. Wie ich das mit meinem Gewissen vereinbaren kann, sie dem Risiko auszusetzen, fragen Sie sich jetzt vielleicht? Ganz objektiv verstoßen meine Freunde und ich gegen eine Verordnung. Da haben Sie recht. Aber unsere Großeltern und alle anderen Verwandten, die zur Risikogruppe zählen, sind uns deshalb nicht egal. Ganz im Gegenteil. Wie schaffen ich und meine Freunde also diesen Spagat? Die Maßnahmen der Regierung zu belächeln und trotzdem Familie und Verwandte vor dem Virus zu schützen? Schutz ist hier das Stichwort. Wir schützen uns selbst, vor einer Ansteckung. Ich gehe mich mindestens einmal in der Woche testen. Jedes Mal, wenn ich meine Freunde treffe, lassen sich alle Anwesenden kurz davor testen. Wir verzichten auf zu große Gruppen. Tragen brav unsere Masken. Waschen uns die Hände. Viele meiner engen Freunde, inklusive mir, tragen eine Flasche mit Desinfektionsmittel im Rucksack herum. Wir sind jung. Wir können nicht ohne unsere Freunde leben. Die Einschränkungen der Regierung treffen viele von uns schwer. Aber wir sind nicht unvernünftig. In meinem Freundeskreis haben wir unsere eigenen Regeln aufgestellt. Als einer von uns positiv getestet wurde – wir haben uns sofort isoliert und 1450 gewählt. Ich möchte hier einen Appell an alle Leser und an die Regierung richten. Obwohl mir klar ist, dass letztere meine Botschaft nicht vernehmen wird. Wir werden das Virus nicht mit Maßnahmen besiegen, an die sich sowieso niemand hält. Wir werden das Virus nicht besiegen, indem wir pauschal alles zusperren, wo Menschen neben Menschen stehen. Da wird die Bevölkerung nicht mehr mitziehen, sie tut es ohnehin nicht mehr. Der Schutz sollte verpflichtend werden – nicht der Verzicht! Mein Vorschlag: Verpflichtendes Testen. Menschen dürfen sich treffen, aber nur mit negativem Test. Und bitte: Holt die Stopp-Corona App zurück! Die Gesundheit meiner Oma ist mir wichtiger als der krankhafte Drang nach Datenschutz.
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Gut gemeint kommt nicht immer gut an3 Std. Gut gemeint kommt nicht immer gut an
Kurier
Ich muss heute ein Versprechen einlösen, das ich nach der ersten Kolumne gegeben habe. Es ging in der ersten Kolumne vor rund einem Monat um die Gemeinsamkeiten von Selleriesaft- und Kaffee-Trinkern. Bei der Gelegenheit muss ich vorab ein Geständnis ablegen – meine Abneigung gegenüber Selleriesaft und sonstigen Gemüsesäften kommt nämlich nicht von ungefähr. Meine liebe Mama hat mich in ihrem Gesundheitseifer von klein auf damit beglückt. Schon als Kleinkind musste ich jeden Tag frisch gepressten Karottensaft mit einem Schuss Öl trinken, weil’s ja
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Grüner Pass als Signal für den Sommer14 Std. Grüner Pass als Signal für den Sommer
Kurier
Ein Stück Freiheit, das man in der Hand- oder Hosentasche mit sich tragen und wie einen Joker als Türöffner einsetzen kann Die Politik braucht dringend einen Erfolg in der Bekämpfung der Corona-Pandemie, und diesen soll der Grüne Pass bringen. Also ein digitales Dokument, das belegt, dass man geimpft, genesen oder zumindest getestet ist. Ein Stück Freiheit, das man in der Hand- oder Hosentasche mit sich tragen kann. Und wie einen Joker als Türöffner einsetzt. In der Ferienanlage, am Flughafen, in der Finca. Und beim Wirt ums Eck, an dessen Stammtisch man lautstark debattiert, ob man jetzt ein „Impfprivilegien-Ritter“ ist oder „nur“ seine alten Grundrechte zurückerobert hat. Nun bekommt die Europäische Kommission also eine Liste mit Punkten übermittelt, auf die sich wichtige Tourismusländer Europas in Sachen „Grüner Pass“ einigen konnten (siehe KURIER am Montag). Ein kleiner Etappensieg, den sich Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger ans (imaginäre) Revers heften will. Schließlich war sie es, die Ende März Vertreter aus zwölf Ländern zusammengetrommelt hat, die ein gemeinsames Problem haben: Die Abhängigkeit vom Tourismus. Und damit das gemeinsame Ziel, die Branche rechtzeitig zum Saisonstart hochzufahren. Eines der ersten Länder, das sich einen digitalen Impfpass wünschte, war übrigens Griechenland, das in normalen Jahren ein Fünftel seines Bruttoinlandsprodukts mit Touristen verdient. Die Rufe nach dem Pass verhallten allerdings zunächst relativ ungehört in den politischen Zirkeln Brüssels, weshalb die Griechen ziemlich schnell ziemlich nervös wurden und laut über bilaterale Abkommen – etwa mit dem Impfweltmeister Israel oder auch Großbritannien – nachdachten. Die EU drohte einmal mehr ein altbekanntes Bild abzugeben: jenes eines Fleckerlteppichs aus nationalen Alleingängen. Der Aufschrei aus der Hotellerie folgte wie das Amen im Gebet. Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, sind es letztlich die Betriebe, die in der Zettelwirtschaft untergehen. Ob noch vor der Hochsaison ein einheitlicher Impfpass an den Start geht, bleibt abzuwarten. Aufgrund der hohen Abhängigkeit von der Sommersaison ist der politische Wille in den Ländern jedenfalls da. Viele haben groß angekündigt, dass sie die nationale Umsetzung des Passes sogar früher schaffen können. Bleibt die Frage, wann überhaupt die Hotels wieder ihre Pforten öffnen. Touristiker in Österreich rechnen mit Pfingsten, also dem Wochenende um den 23. Mai. Wer dann dort einchecken wird, ist relativ klar: Gäste aus dem eigenen Land. Für alle anderen gelten – mit wenigen Ausnahmen – Quarantänevorschriften, die die Lust auf „Urlaub in Österreich“ im Keim ersticken.
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Die Kunst des Meditierens und die lauten Nachbarn27 Std. Die Kunst des Meditierens und die lauten Nachbarn
Kurier
Einatmen, ausatmen, zum Schreien: Aber das Nichtsdenken kann man lernen.
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