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Fußgänger sehen rot7 Std. Fußgänger sehen rot
Kurier
Vier Minuten Zeitverlust auf nicht einmal 200 Metern. Ampelschaltungen können auch Fußgängern zu schaffen machen.
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Die deutsche Ampel - ein Vorbild für Österreich?18 Std. Die deutsche Ampel - ein Vorbild für Österreich?
Kurier
Welche Auswirkungen die Regierung in Berlin auf den politischen Diskurs bei uns haben könnte (aber wahrscheinlich nicht hat) In etwa einer Woche wird in Berlin die künftige deutsche Regierung angelobt. Sie besteht aus der neuen Kanzlerpartei SPD, aus den Grünen und der FDP und wird aufgrund der politischen Farbenlehre Ampel genannt. Eine Ampel regelt den Verkehr, damit nicht alle unkontrolliert rechts abbiegen, links wegdriften oder stur geradeaus weiterfahren. Vor einer Ampel wird entweder gebremst oder (wie in Österreich zumeist) noch rasch aufs Gas gestiegen, ehe es rot wird. Ja, wir reden immer noch von Politik. Wie sich die Ampel in Deutschland bewährt, wird sich weisen, einige Themen klingen gleichermaßen nach Bremsen und Beschleunigen, in der Verkehrssprache also riskant. So versteht sich Deutschland – laut Ampel – ab sofort als Einwanderungsland. Wer dort als Kind ausländischer Eltern geboren wird, erhält automatisch die Staatsbürgerschaft. Nähme in Österreich eine Partei das in den Mund, käme das politischem Suizid gleich. Aber auch in anderen Bereichen sendet Deutschland Signale aus: Das ärztliche Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche wird aufgehoben, Cannabis legalisiert. Mal sehen, ob das Land darob in die Nordsee kippt. Da deutsche Debatten normalerweise mit geringer Verzögerung auch in Österreich aufschlagen, muss man sich fragen: Wird auch hier alsbald unaufgeregt über all diese (als liberal geltenden) Themen diskutiert? Eher nicht. Zu eingelernt sind die Probleme, zu sehr dominiert das Bedürfnis nach simplen Antworten, die mit der komplexen Welt nichts mehr zu tun haben. Sobald etwa das Wort Ausländer ertönt, schrillen auf allen Seiten die Alarmglocken. Zu einer faktenbasierten Debatte über eine überlegte Migrationspolitik kommen wir erst gar nicht. Wir lassen uns doch unsere (Vor-)Urteile nicht nehmen. Dabei sieht man gerade jetzt, wie schwierig alles geworden ist und wie machtlos alte Strukturen sind – mit dem Virus als diabolischem, aber effizientem Lehrmeister. In Deutschland glaubt man, mit einer diversen Politik und kühlen Kopfes schwierige Themen in den Griff zu bekommen. In Österreich vertraut man lieber Links-Rechts-Schemata oder hört auf politische Hitzköpfe. Das bedeutet freilich nicht, dass Deutschland nicht irren könnte oder besser wäre. Aber die Debattenkultur und die Differenzierungs-Kompetenz sind es. Nun stehen in Österreich Wahlen (noch) nicht an – aber könnte Westwind aus Deutschland Rückenwind für die SPÖ in Hinblick auf eine neue Kanzlerschaft bringen? Wahrscheinlich nicht, solange auch sie mehr mit der Löwelstraße und dem Burgenland beschäftigt ist als mit der Welt da draußen. Was aber im Fall der Wahl anders wäre: Das Ergebnis fiele wesentlich differenzierter aus, und es gäbe wieder neue Farbpaletten für eine Koalition. Würde jedenfalls der Komplexität mehr entsprechen.
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31 Std. Liebe Tanten, liebe Onkel
Kurier
Junge Menschen, die vor der beruflichen Richtungsentscheidung stehen, brauchen gute Gesprächspartner. Die Eltern sind es meist leider nicht. Die Berufswahl ist, neben der Wahl des Partners, die wohl entscheidendste Weichenstellung im Leben eines jungen Menschen. Ausbildung und Beruf bestimmen, in welche Kreise man sich begibt, welche Möglichkeiten man in einem Beruf hat, wie viel man einmal verdienen kann. Und mehr noch: Wie gesund und wie glücklich man im Leben ist, sogar das Lebensalter ist  von der Arbeit abhängig, die man ein Leben lang macht.  Das soll nicht heißen, dass man nur in bestimmten Berufen sein Glück finden kann. Viel mehr muss eine Tätigkeit zu einem passen, damit man sie, meist, ein Leben lang gut machen kann und darin auch Sinn findet. Und das wiederum ist entscheidend dafür, wie man sich in seinem Metier entwickeln kann. Denn Grenzen gibt es in kaum einem Beruf. Bei aller Wichtigkeit der Berufsentscheidung: Es ist immer wieder überraschend zu hören, wie nebenbei, wie zufällig, wie unreflektiert die Auswahl für Schule, Ausbildung und Job erfolgen. Man wird etwas, weil man’s aus der Familie kennt, weil einen die Eltern dorthin drängen, weil der beste Freund das auch macht. Oder einfach nur, weil nichts Besseres einfällt. Oft fehlt es an der Auseinandersetzung mit dem Thema. Denn in Wahrheit muss in unserem Schulsystem die Entscheidung mit 14 Jahren getroffen werden: AHS, BHS, Lehre, Studium – wohin?  Und wenn die Entscheidung so frühzeitig nicht möglich ist, was ist die Alternative?  Und weil Eltern mit 14 oft die Falschen sind: Liebe Tanten und Onkel, Nachbarn und (ältere) Freunde: Fragt nach bei Nichten und Neffen und jungen Bekannten und geht in  den Dialog. „Was willst du einmal werden?“ ist eine wunderbare Frage, um mit Jugendlichen  in ein sinnvolles, tiefes  Gespräch zu kommen. Es lohnt sich! 
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