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Impfen und Oberösterreich: Uns und Unsinn3 Std. Impfen und Oberösterreich: Uns und Unsinn
Kurier
Die Oberösterreich-Wahl und das Thema Impfen haben viel gemeinsam. Da wie dort geht es um Polarisierung und um Trennendes. Die Impfung gegen Corona macht unfruchtbar – und zwar für Generationen. Na dann. So einen Unsinn liest man allen Ernstes in sozialen Medien. Was wohl die Ururenkel der Geimpften dazu sagen werden? Und wie führt man heute inhaltliche Debatten, bei der Inhaltlichkeit keine Rolle spielt? Wie argumentiert man faktenbasiert in der Post-Fakten-Ära? Es ist zugegebenermaßen kein neues Phänomen, das Fischen im Trüben, das Vermitteln von Halbwissen unter Unwissenden, die politische Instrumentalisierung und Simplifizierung von komplexen Themen. Das kennen wir längst aus Bereichen wie Migration oder Mobilität. Aber Corona stellt auch diesbezüglich alles in den Schatten. Was thematisch direkt zur Wahl in Oberösterreich führt, die in sieben Tagen stattfindet. Oberösterreich ist das Bundesland mit der geringsten Impfquote. Und jenes, in dem die FPÖ derzeit stimmen- (und macht-)mäßig die größte Rolle spielt. Scheint durchaus in einem Zusammenhang zu stehen, so traurig es auch ist, wenn Gesundheits- und Parteipolitik sich vermischen. Nun ist es natürlich nicht so, dass jeder Impfskeptiker freiheitlich wählt – sonst würde die FPÖ in Oberösterreich nahe an die absolute Mehrheit kommen. Aber das Wählerpotenzial ist offenbar so groß, dass eine Partei namens MFG (Menschen – Freiheit – Grundrechte), deren Hauptthema das Nein zur Impfung und zu den Regierungsmaßnahmen ist, realistische Chancen hat, in den Landtag einzuziehen. Die FPÖ selbst ist in Oberösterreich plakatmäßig am auffälligsten, nicht nur mit Dorfberühmtheiten, sondern mit ihrem Spitzenkandidaten, der eigentlich als vergleichsweise moderat gilt, zuletzt jedoch wieder die Ausländer- und Corona-Karten zückte. Wenn’s eng wird, stechen solche Joker, glaubt man. Und dass Manfred Haimbuchner selbst mit Covid auf der Intensivstation lag – was beweist das schon? Sein Hauptslogan lautet „Unser Land. Unsere Regeln.“ Und man ist geradezu aufgefordert, sich Gedanken zu machen, was „unser“ hier bedeutet. Für welches „Wir“ spricht die FPÖ? Sind „wir“ die Ungeimpften, die gegen die Bundesregierung auf die Straße gehen? Und welche Regeln sind „unsere“? Solche, die die Blauen aufstellen oder doch jene, die parlamentarische Institutionen beschließen? Vor allem aber: Wer sind die „Nicht-Unsrigen“, also die Anderen? Früher waren das aus F-Sicht stets die Zuwanderer – sind es heute die Geimpften? Wahrscheinlich bringt ein „Uns“-Wahlkampf Stimmen, in Krisenzeiten ist er aber fahrlässig. Nach den ersten Corona-Wellen bräuchte es ein Miteinander und keine Trennung in „Wir“ und „Die“, eine konstruktive Diskussion statt einer Polarisierung. Corona hat uns echt noch kränker gemacht.
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16 Std. Aktualisiert Wer begehrt ist, kann mehr wollen
Kurier
Mitarbeiter fordern mehr – und wollen im Gegenzug oft weniger geben. Das vergrößert das Unverständnis füreinander. Das Thema „Attraktive Arbeitgeber“ gewinnt gerade wieder stark an Bedeutung. Wenn die Konjunktur anzieht und die guten Arbeitskräfte immer schwieriger zu kriegen sind, dann bekommen  (potenzielle) Mitarbeiter eine stärkere Verhandlungsposition. Und können fordern: flexible Arbeitszeitmodelle, Home-Office, Führung auf Augenhöhe, Mitbestimmung, gutes Gehalt, ein schönes Büro, eigenverantwortliches Arbeiten, Rücksicht auf bzw. sogar Förderung von Privatleben und Familie, Sabbatical, Weiterbildung und so weiter und so fort. Nun, das sind viele Forderungen vonseiten der Arbeitnehmer – und in der Realität werden sie auch  immer öfter  gehört. Wer begehrt ist, darf mehr wollen. Und weil die Wirtschaft  auf einen  Arbeitsnehmermarkt zusteuert, wir wahrscheinlich sogar schon mittendrin in einem solchen  sind (bedingt durch die  Demografie), verstärkt sich dieses Phänomen auch in näherer und mittlere Zukunft.    Nicht, dass das eine schlechte Entwicklung wäre: das Erstarken von Arbeitskräften, die gute Behandlung guter Mitarbeiter –  das gehört in einer modernen Arbeitsgesellschaft dazu.    Auf der anderen Seite ist die Welt auf Geben und Nehmen aufgebaut. Und es ist oftmals erstaunlich, wie viel von Mitarbeitern gefordert wird  und wie wenig  zurückkommt.  In Vorleistung gehen? Sich in  Themen  gut einarbeiten? Engagiert und interessiert sein?   Extra-Leistung bringen? Einen Blick für das Ganze haben? Sich Know-how aufbauen? Mit Respekt begegnen? Höflich sein?  Geduld haben für den eigenen Entwicklungsweg?  Alles oft nicht da. Was die Klüfte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer größer macht, das Unverständnis füreinander verstärkt. 
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Deutschland bleibt auf Kurs27 Std. Deutschland bleibt auf Kurs
Kurier
Eigentlich ist es fast egal, wie die Bundestagswahl ausgeht. Die Kanzlerin hat in die Mitte gelenkt, dort ist auch ihr Nachfolger zu Hause Morgen in einer Woche steht der Nachfolger der deutschen Kanzlerin fest, und dass sich ihre Ära dem Ende zuneigt, darüber sind manche froh. Das sind jene, die Angela Merkel gebetsmühlenartig ihr „Wir schaffen das“ vorhalten und sie für die Zuwanderung seit 2015 verantwortlich machen (ohne einen blassen Schimmer zu haben, was sie 2015 anders gemacht hätten; dasselbe gilt übrigens für das ewige Lamento, Merkel habe der EU mit der Euro-Rettung Griechenlands Unzumutbares zugemutet). Die anderen sind jene, denen Angela Merkel eine Spur zu groß war. Er könne „derartigen Schwachsinn nicht bestätigen“, sagt Jean-Claude Juncker im KURIER-Interview zur gerne verwendeten Erzählung, Königin Merkel habe Europa geführt. Der frühere Kommissionspräsident will auch seinen Platz in der Geschichte, wie manch anderer, der von „Angie“ an den Rand gedrückt wurde. Unabhängig davon sind die Verdienste der Kanzlerin für Deutschland und für Europa unbestritten – vor allem als verlässlicher, reflektierender Fels in der Brandung immer erratischer und egoistischer agierender Politiker rundum, von seinerzeit Trump bis heute noch Orbán. Nicht von ungefähr hat Barack Obama vor einem halben Jahrzehnt die Kanzlerin gedrängt, noch eine Amtszeit draufzulegen. Ebenso offen liegend sind ihre Versäumnisse, etwa was das Fitmachen ihres Landes für die Zukunft betrifft, Stichwort: verheerend veraltete Infrastruktur. Aber die Welt und mit ihr Europa und Deutschland drehen sich auch ohne Merkel weiter: „Auch der nächste deutsche Bundeskanzler wird auch ein europäischer Bundeskanzler sein“, sagt Juncker. Wie er heißt, ist eine Woche vor der Wahl völlig offen. Kommt Olaf Scholz als „der neue Merkel“; oder kriegt Armin Laschet die Kurve doch noch und rettet der Union die Kanzlerschaft? Die Grüne Annalena Baerbock ist selbstverschuldet wohl chancenlos. Kommt ein Regenbogen links oder einer rechts der Mitte? Rot-Rot-Grün scheidet als Denkvariante ja glücklicherweise wohl aus. In Wahrheit ist es fast egal. Ein Farbwechsel im Kanzleramt nach 16 Jahren wäre per se kein Unglück und würde so viel nicht ändern: Olaf Scholz steht als Vizekanzler so in der Mitte, wie Merkel (zum Zorn ihrer konservativen Kritiker) in der Mitte stand. Armin Laschet steht auch dort (zum Zorn seiner Widersacher in der eigenen Partei). In den letzten sieben Jahrzehnten wurde Deutschland übrigens in fünfen von der CDU geführt, und wenn die SPD dran war, war’s zweimal der viel zitierte richtige Kanzler in der falschen Partei (Schmidt und Schröder), nur Willy Brandt war ein Linker. Somit gilt: Deutschland bleibt in jedem Fall auf Kurs, auch nach der Ära Merkel. Und das ist eine gute Nachricht.
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Lehrer im Corona-Wahnsinn: Es ist an der Zeit für ein Dankeschön40 Std. Lehrer im Corona-Wahnsinn: Es ist an der Zeit für ein Dankeschön
Kurier
Dass in dem ganzen Corona-Wahnsinn das Schulsystem weiterhin so gut funktioniert, ist keine Selbstverständlichkeit.
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Von guten und schlechten Komplimenten40 Std. Von guten und schlechten Komplimenten
Kurier
Die Bewertung von Äußerlichkeiten geht sicher nicht als freundlich gemeinter Kommentar durch Wir müssen reden. Über Worte. Über das, was Worte auslösen, anstoßen und verursachen können. Über Worte, die an Frauen gerichtet werden. Es ist egal, wie der Absender sie gemeint hat, es ist entscheidend, wie sie bei der Empfängerin ankommen. Grundkurs Kommunikation, Teil 1. Ein Kompliment ist eine wohlwollende, freundliche Äußerung. Punkt. Es ist nicht die ungefragte Bewertung des Aussehens, es ist nicht die subjektive Einschätzung eines Kleidungsstückes. Es ist niemals der fein verpackte Hinweis, was sich optisch verbessern ließe. Ein Kompliment ist nicht derb, enthält keine sexuelle Anspielung und ist auch kein Wink mit dem Zaunpfahl.
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