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Corona-Rekordzahlen: Es wird Zeit zu handeln 17. Okt. 11:10 Corona-Rekordzahlen: Es wird Zeit zu handeln
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Tägliche neue Höchststände, kaum mehr funktionierendes Contact-Tracing, katastrophale Zustände in anderen Ländern: Regierung, es wird Zeit, was zu tun. Die Zahl schockiert: 2.317 neue Infektionsfälle von Freitag auf Samstag. Auch wenn beschwichtigt wird, dass es zu Nachmeldungen für die letzten beiden Tagen kam - seit Donnerstag wurden im Schnitt mehr als 1.500 Menschen täglich positiv getestet. Das ist zu viel - viel zu viel. Auf Deutschland umgerechnet wären das 15.000 Fälle pro Tag, doch dort hat man schon bei unter 5.000 Fällen täglich schärfere Maßnahmen ergriffen. Der so wichtige 7-Tages-Infektionswert liegt in Gesamt-Österreich schon bei knapp 100, in Deutschland wurde die Schwelle für zu ergreifende Maßnahmen zuletzt auf 35 gesenkt. In Wien und Tirol liegt er bei weit über 100. Noch gibt es in Bezug auf das Gesundheitssystem keinen Grund zur Panik, doch wie rasch es bei Spitalsbetten bei einer exponentiellen Ausbreitung eng werden kann, zeigt das Beispiel Tschechiens. Die Regierung bittet dort tschechische Ärzte im Ausland nach Hause zu kommen, um zu helfen, das Militär errichtet in den Prager Messehallen ein riesiges Notlazarett. Österreichs Regierung wurde in der ersten Corona-Welle dafür gelobt, rascher als andere Länder gehandelt zu haben, was die Infektionszahlen niedriger als anderswo gehalten hat. Auch die Zahl der Toten war in Österreich deutlich niedriger als in vielen anderen europäischen Ländern. Jetzt ist der Eindruck ein deutlich anderer. Ein neuer kompletter Lockdown wird nicht nötig sein, Verschärfungen bei Versammlungen, Maskenpflicht und in Pflegeheimen sind aber wohl unausweichlich. Und das zurecht als Wunderwaffe genannte Contact-Tracing funktioniert in einigen Teilen des Landes nicht mehr, wie zuletzt der Fall eines "Zeit im Bild"-Redakteurs gezeit hat, der - obwohl corona-positiv - tagelang von den Behörden nicht kontaktiert wurde. Diese Fälle gibt es wohl zigfach und unbekannterweise in ganz Österreich. Und nun braucht man jetzt auf Wahltermine auch nicht mehr Rücksicht zu nehmen. Es ist Zeit zu handeln.    
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Sie wird fehlen 17. Okt. 5:00 Sie wird fehlen
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Das Ringen um die Nachfolge Angela Merkels geht in die nächste Runde. Sie zeigt derweil, was Deutschland und Europa an ihr haben „Es reicht einfach nicht, was wir hier machen […], um das Unheil von uns abzuwenden. Ich persönlich bin einfach der Meinung, dass wir die Mittel in der Hand haben, uns dem Virus entgegenzustemmen und mit ihm umzugehen.“ Alleine die Art und der Ton, mit dem Angela Merkel diese Woche vor ihre Länderchefs und die Öffentlichkeit trat, war eine Wohltat. So will man in diesen Corona-Tagen angesprochen werden. Wir in Österreich kennen es auch anders, die Stakkato-Alarminszenierungen im Frühjahr und die Informationsflaute jetzt. Die deutsche Kanzlerin setzt ihre Auftritte dosiert und sagt, wenn sie etwas zu sagen hat. Und man kann die Botschaft nehmen. Szenenwechsel: In Berlin treten heute die Herren Röttgen, Laschet und Merz virtuell gegeneinander an. Ein freundlicher Ex-Minister, ein biederer Länderchef und ein überehrgeiziger Ich-will-endlich wollen zeigen, dass sie jeweils der beste Nachfolger für die CDU-Chefin und Kanzlerin wären, und der Haudrauf im Schafspelz aus Bayern, Markus Söder, kommt für Letzteres ja auch noch infrage. Und da dämmert das schier Unglaubliche wieder: Die Ära Merkel endet gerade. Eigentlich endet sie seit zwei Jahren. Im Oktober 2018 hat Angela Merkel verkündet, nicht mehr für den nächsten Parteivorsitz zu kandidieren, aber Kanzlerin bleiben zu wollen. Sofort hoben kluge Kommentatoren den Finger: Schlagt nach bei Schröder, ein Kanzler, der nicht auch Parteichef ist, kann schwer regieren. Merkel strafte das, wie so viele andere Prognosen, Lügen. Sie regiert, entschlossener denn je. Nur ihre Partei hat seither eine Parteichefin (AKK) verbraucht und ein Nachfolge-Herumgezupfe der Sonderklasse. Nein, Angela Merkel hat nicht alles richtig gemacht als Kanzlerin und CDU-Chefin. Den Übergang zu ihrer Nachfolge nicht, und an ihrem „Wir schaffen das“ zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise hatte und hat Europa zu kauen. Aber sie hat vieles richtig gemacht. Das, was man ihr als Zaudern vorwirft, die Politik der kleinen Schritte, macht auch ihre Solidität aus. Die Pastorentochter aus dem Osten war nie eine Visionärin und Luftplaudererin wie ein Emmanuel Macron, aber eine Pragmatikerin, die Deutschland mehr als gut durch sehr wogende Zeiten gelenkt hat. Die eine Führungsrolle in Europa innehat, ohne eine alles niederdrückende deutsche Dominanz. „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, sind ein Stück vorbei“, hat sie einmal angesichts von Trump und Brexit gesagt – gut, dass noch eine wie sie da ist, auf die Verlass ist. Auch Angela Merkel kann Corona nicht aufhalten oder Europa einen. Und wenn das CDU-Urgestein Wolfgang Schäuble sagt, der Merkel-Abschied ist nicht das Ende der Welt, hat er natürlich recht. Aber fehlen wird eine wie sie. Diese Woche hat es wieder gezeigt.
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17. Okt. 5:00 Aktualisiert Weil immer was geht
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Immer ist alles unsicher – so ist das auch im Job- und Wirtschaftsleben. Das gibt Anlass zur Hoffnung. Wir leben mit vielen Unsicherheiten. Das war schon immer so – und es ist gut so. Das ist die zufriedenstellende Erkenntnis, wenn man dem Vortrag der Philosophin Natalie Knapp folgt. Sie spricht eindrücklich über Unsicherheiten und das Leben. Welche Möglichkeiten sich daraus ableiten lassen. Und verkehrt – hypothetisch – die Welt: Was wäre, wenn alles sicher und damit vorgegeben wäre, das Leben bis ins Detail vorgezeichnet? Es wäre kein Leben, und es gebe tragischerweise auch keine Hoffnung. Denn erst die vielen unsicheren Möglichkeiten des Universums, die Tatsache dass sich unzählig viele Teilchen mit unzählig vielen anderen Teilchen formieren können, ergeben die Chance auf etwas unvorhersehbares Neues. Das macht das Leben aus. Was man daraus für den Job ableiten kann? Dass es auch dort keine Sicherheiten gibt, dass Veränderungen (leider oder zum Glück) dazu gehören. Das ist in angespannten Wirtschaftszeiten, die noch unsicherer sind als sonst, kein Umstand, den man sich im ersten Moment wünscht. Aber eine Realität, der man besser ins Auge sieht. Interessant ist, dass plötzliche Veränderungen bei den meisten Menschen fast immer zuerst ein negatives Gefühl auslösen, sich mit der Zeit aber in den meisten Fällen etwas Positives daraus ableiten lässt. Nicht, wenn es um Krankheit und Tod geht, das ist immer schrecklich und nie positiv, aber im Job und in Karrieren kommen mit Veränderungen immer neue Chancen, neue Menschen, neue Möglichkeiten ins Spiel, die man nützen und zu etwas Gutem entwickeln kann. Wenn dann noch das ziemlich gute Sicherheitsnetz des Sozialstaats den Notfall abfedert, könnte man sich gedanklich eigentlich gut auf die Eventualitäten des Lebens einstellen. Und die Unsicherheiten als spannende Wendungen nehmen.
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