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Hört das denn nie auf? 12. Jan. 18:38 Hört das denn nie auf?
Kurier
Das ansteckende Virus ist ein herber Rückschlag, das Impfen wird zum Wettlauf gegen die Zeit. Vom Öffnen kann keine Rede sein. Und jetzt auch noch die Mutanten! Wann wird dieser apokalyptische Zustand endlich ein Ende finden? Wie es aussieht, könnten die schlimmsten Wochen überhaupt erst vor uns liegen. Angela Merkel bereitet die Deutschen darauf vor, dass der Lockdown bis Ostern dauern wird müssen. Bis Ostern! Das ist Anfang April. Hintergrund für die neue Eskalation ist die in England zuerst nachgewiesene Virusmutation, die bis zu 70 Prozent ansteckender ist als die derzeitige Variante. Der englische Mutant breitet sich zunehmend auf dem Kontinent aus. Was das heißt, kann man auf den Britischen Inseln und in Irland sehen: In London sind bereits zwei von hundert Einwohnern infiziert. Irland stand vor Weihnachten am besten aller EU-Länder da. Es hatte mittels hartem Lockdown die Sieben-Tage-Inzidenz auf 70 gedrückt. 20 Tage später beträgt sie schon wieder 1.000. Experten sagen, das mutierte Virus werde auch bei uns die weniger ansteckende Variante verdrängen. Und das bedeutet absolut nichts Gutes. Alle schönen Pläne, sich langsam aus dem Schlamassel rauszuimpfen, parallel zum Impfen langsam zu öffnen, sind durchkreuzt. Impfen wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Tempo der Ansteckungen wird sich beschleunigen und das Tempo der Impfungen übersteigen. Die Hoffnung auf Entspannung, sobald man die Über-80-Jährigen zu impfen beginnt, zerschlägt sich gerade. Erstens braucht man fürs Durchimpfen der Ältesten auch einige Wochen, weil der Schutz erst nach der zweiten Dosis voll wirkt. Und zweitens ist diese Krankheit auch für viele Menschen anderer Altersgruppen nicht harmlos. Die Folge wird wohl sein: Lockdown, bis genügend Leute geimpft sind, sodass die Krankenhäuser nicht überfüllt werden. Das ist für alle ein Drama. Präsenzunterricht an Schulen und Universitäten rückt in weite Ferne, die Eltern müssen weiter als Hauslehrer dienen, die Kinder isoliert ohne Gleichaltrige auskommen. Für die vielen Selbstständigen, deren Geschäfte und Lokale ständig auf- und zugesperrt werden, verlängert sich der Zustand von Unplanbarkeit und Ungewissheit. Je länger diese Phase dauert, desto größer ist die Gefahr, dass Betriebe die Durststrecke nicht mehr durchstehen. Für eine halbe Million arbeitslose Menschen heißt das, noch länger auszuharren, bis sie die Chance auf einen neuen Job bekommen. Und für alle bedeutet das mutierte Virus: massive Unsicherheit. Man hat gelernt, dass man sich beim Einkauf im Supermarkt, bei der Fahrt mit der U-Bahn nicht ansteckt, wenn man die Regeln einhält. Bleibt das so? Dass Impfstoffe bereits gefunden sind, ist das Einzige, woran man sich angesichts der neuen Entwicklung klammern kann. Bitte her damit – so rasch wie möglich.
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Wien: Kameras und Pollerholler 12. Jan. 17:40 Wien: Kameras und Pollerholler
Kurier
Die Politik fordert mehr Videoüberwachung, doch macht das wirklich Sinn? Es gibt politische Dauerbrenner: Nach jedem Terroranschlag werden (mehr) Poller gefordert, nach jeder größeren Straftat auf der Straße mehr Videokameras. Doch beides ist sehr teuer, beides hat kaum Nutzen. Wie man gesehen hat, ist es in Wien trotz teurer Poller zum ersten IS-Terroranschlag gekommen. Einen ähnlichen Effekt würde es mit den Kameras geben: Wird der Reumannplatz per Video überwacht, wird es künftig eben zu Ausschreitungen auf dem benachbarten Keplerplatz kommen. Noch dazu gibt es von diesen Straftaten ohnehin Handyvideos aus allen Blickwinkeln. Derartige Diskussionen überlagern meistens wirklich gute Ideen: Der Bezirksvorsteher von Favoriten schlägt ein Buddy-System vor, wie sich Migranten und Österreicher austauschen und näher kommen würden. Integration von der einen Seite und Verständnis von der anderen Seite – so werden Konflikte gelöst.
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