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Zur Unzeit 13. Jan. 20:40 Zur Unzeit
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Regierungswechsel gehören in Italien zum Alltag - aber nicht in Zeiten der Mega-Belastung durch eine Pandemie Was für ein Spiel treibt der ehemalige Premierminister Matteo Renzi da? Italien wird seit elf Monaten von der Pandemie gebeutelt, Gesellschaft und Wirtschaft sind schwer getroffen, 80.000 Italiener gestorben, die Angst vor dem mutierten Virus geht um, der Ausnahmezustand ist bis Ende April verlängert. Und was macht Renzi? Der einstige Hoffnungsträger der Sozialdemokraten, der in seiner Selbstüberschätzung sein Amt als Regierungschef leichtsinnig verspielte, sprengt die Regierung Conte. Und das offenbar mit Genuss. Der eitle Florentiner verbaut damit seinem Land, der Wirtschaft, den Bürgern den so dringend benötigten Zugang zu 208,6 Milliarden Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds. Ob Renzi mit seiner Forderung, dass mit dem Geld nur neue Projekte finanziert werden dürften, recht hat, ist angesichts der dramatischen Lage egal. Bleibt zu hoffen, dass der parteilose Premier Conte neue Mehrheiten findet – mit Politikern, die um ihre Verantwortung wissen und diese tragen. Renzi gehört nicht dazu.
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Wirkt der Lockdown nicht, weil wir ein Land der Schlupflöcher sind? 13. Jan. 18:06 Wirkt der Lockdown nicht, weil wir ein Land der Schlupflöcher sind?
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Die zwei Seiten der österreichischen Seele: Der Regel-Slalom wird zum Volkssport. Und jeder britische Skifahrer ist ein nationaler Skandal In Deutschland (und Vorarlberg) gilt: 2 + 2 = 4; in Wien ist es irgendetwas zwischen 3,7 und 4,3. Der (alemannische) Witz über österreichische Gemütlichkeit, den „Schlendrian“, erfährt eine neue Bestätigung. Der Österreicher ist Weltmeister im Aufspüren von Schlupflöchern. Skiausflüge werden zu Schulungen, Freundestreffen zu Sitzungen, Urlaube zu Geschäftsreisen – und der Ober-Baumeister muss zum Beine-Vertreten trotz Ausgangssperre auf die Malediven. Man hat das Gefühl, es gebe keinen Lockdown. Auf Instagram sieht man private Pizza-Partys ebenso wie Urlaubsreisen nach Dubai oder Küsschen-Fotos mit den besten Freundinnen. Auf den Straßen ist so viel Verkehr wie sonst. Oder um ein anderes Thema zu bemühen: Unsere Ex-Arbeitsministerin wird ihre Dissertation auch eher nicht in Bratislava verfasst haben, weil sie den internationalen Erasmus-Gedanken befeuern wollte, sondern weil es dort leichter schien. Um nicht falsch verstanden zu werden: Hunderttausende halten sich strikt an die Regeln, treffen keine Freunde, quälen sich samt Kindern im Distance-Learning durch das Homeoffice und verzichten auf vieles in der Freizeit. Der deutsche Botschafter in Wien, Ralf Beste, schrieb im Oktober: „Deutsche lieben Regeln, Österreicher haben einen besseren Blick für die Auswege.“ Damals galt eine Reisewarnung für Wiener. Also kauften viele für eine Bahnfahrt nach Deutschland ein zweites Ticket in Linz oder erklärten, dass der Flughafen eh nicht in Wien liege. Das macht uns in normalen Zeiten sympathisch. In Zeiten, in denen es um eine gefährliche Krankheit geht, ist das unangebracht und gefährlich. Doch wir sollten das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Nicht jeder Engländer, der noch vor dem britischen Virus mit negativem Test nach Tirol eingereist ist, löst gleich ein zweites Ischgl aus. Damals wurde im Wissen um das grassierende Virus einfach offen gelassen. Heute testet man im Verdachtsfall einen gesamten Bezirk durch. Wir Österreicher haben – Erwin Ringel lässt grüßen – neben dem Hang zum Schlupfloch auch eine Neigung zur Mieselsucht gegenüber dem eigenen Land. Der Weinskandal wurde weltweit und medial ein österreichischer, obwohl andere Länder ärger in den Gifttopf griffen. Ischgl war katastrophal, die ungesicherten Altersheime sind ein partielles Versagen, entstanden wohl aus der Menschlichkeit, alte Menschen nicht in ihrer Einsamkeit alleinzulassen. Aber wir Österreicher sind deswegen nicht die schamlosesten Abschreiber von Doktorarbeiten und auch nicht die unvorsichtigsten Corona-Leugner mit zwei Skibrettern vor dem Kopf. Angesichts der brandgefährlichen Virusmutation wäre es aber an der Zeit, dass Regeln klarer formuliert werden, ohne Schlupflöcher, die wir dann auch nicht mehr suchen. Und nach Corona? Werden das Leben und unsere Seele wieder so sein, wie sie einmal waren.
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Handball-WM: Warnung für Olympia, die Fußball-EM und den Hobbysport 13. Jan. 11:52 Handball-WM: Warnung für Olympia, die Fußball-EM und den Hobbysport
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Durch das Corona-Chaos in Ägypten fühlen sich Kritiker bestätigt. Die Endrunde kann beispielgebend für das Sportjahr sein. Handballer sind daran gewöhnt, dorthin zu gehen, wo die Gefahr lauert. Im beinharten, tumultähnlichen Zweikampf wartet schon mal der Ellenbogen des Gegenspielers. Es ist aber selten, dass schon die Anreise zu einem Wettkampf genügt, um sich einer Gefahr auszusetzen. Nichts anderes stellt die Mittwochabend beginnende Weltmeisterschaft der Männer in Ägypten dar. Noch vor dem Anpfiff zur ersten Partie herrscht Corona-Chaos bei einigen der aus vier Kontinenten angereisten 32 Nationen. Dienstagabend zogen Tschechien und die USA, der ursprüngliche Auftaktgegner der Österreicher am Donnerstag, die Teilnahme zurück. Mehr als die Hälfte der Kaderspieler beider Teams war noch vor der Ankunft im Gastgeberland positiv auf das Virus getestet worden. Die bereit gestandenen Auswahlen von Nordmazedonien (für Tschechien) und die Schweiz (für die USA) rückten nach, doch damit ist die Abrufliste erschöpft. Ursprünglich als Hoffnungsschimmer und Aufbruch zu Beginn des Sportjahres 2021 konzipiert, droht die Weltmeisterschaft sportlich und organisatorisch zur Farce zu werden. Bedenken gab es schon seit Monaten. Das hat nicht nur mit der Lage im Veranstalterland Ägypten zu tun. Handball ist eine der intensivsten Teamsportarten in der Halle. Dazu kommt, dass der Charme einer Veranstaltung wie der Handball-WM auch darin liegt, dass Exoten auf Großmächte treffen, Amateure auf Vollprofis. Im Gegensatz zum Fußball können etliche WM-Handballer nicht von ihrem Sport leben. Dementsprechend bescheidener sind bei vielen Nationen auch die Betreuerstäbe und medizinischen Möglichkeiten, also jene Abteilungen, die für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen und -protokolle hauptverantwortlich sind.
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