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14. Dez. 2017, 6:00

Gift und Populismus

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Die nächste Regierung beugt sich irrationalen Ängsten und schließt die Augen vor tatsächlichen Gefahren. Schlüssig ist das nicht: Türkis und Blau planen langfristig einen nationalen Ausstieg aus Glyphosat, verhindern jedoch das Tabakgesetz. Weil man offensichtlich dem Volk aufs "Maul" schaut. Nicht so kleine Teile der Bevölkerung wollen eben weiter ungestört in ihrem Beisl tschicken (und saufen), sorgen sich aber, von multinationalen Konzernen vergiftet zu werden. Wer österreichische Produkte kauft, muss sich aber gar nicht fürchten: Ein neuer Bericht der Agentur für Ernährungssicherheit gibt vollständige Entwarnung: 98 Prozent der heimischen Lebensmittel weisen keinerlei Rückstände von Glyphosat auf, und die restlichen zwei Prozent sind weit unter den Grenzwerten. Bisher gibt es keine Studie, die eine Krebsgefahr für Konsumenten gezeigt hat. Wenn, dann sind Bauern betroffen, wenn sie das Mittel unsachgemäß verwenden. Hierzulande wird es nur vor der Aussaat eingesetzt. Wird aber Glyphosat verboten, werden Greenpeace & Co. das nächste Unkrautvernichtungsmittel zur riesigen Gesundheitsgefahr aufblasen. Wobei die von ÖVP und FPÖ angekündigte "Machbarkeitsstudie" ohnehin nach reiner Beruhigungspille klingt. Jedenfalls wirft das alles ein paar Fragen auf: Warum sind wir päpstlicher als die EU (die das Mittel fünf weitere Jahre zugelassen hat)? Wollen wir zurück zum Unkrautjäten? Und wenn ja, sind die Konsumenten bereit, den höheren Arbeitsaufwand der Bauern mit höheren Lebensmittelpreisen zu bezahlen? Wenn der Handel die heimische Landwirtschaft zur Glyphosatfreiheit zwingt, wird er dann ausländische Produkte auslisten, die oft viel mehr belastet (aber auch viel billiger) sind? Werden jene Landespolitiker, die über das Aus des Tabakverbotes mosern, wenigstens in ihrem eigenen Bereich – also in und um ihre Landesspitäler und Landesschulen – für Rauchfreiheit sorgen? Und wird diese Regierung auch Projekte wagen, die Volkes Meinung zuwider laufen? Schaut momentan nicht so aus.
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